Einführung
Anzahl der Gastarbeiter in Österreich
Muttersprache in der Volksschule
Muttersprache in der Sonderschule
Ursprungsländer der ausländischen Kinder in Österreich
In welchen Bundesländern leben die Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache?
Anzahl der Gastarbeiter in Österreich
Wie allgemein bekannt, waren 1974 und die darauf folgenden Jahre eine Zeit wirtschaftlicher Rezession. Die Zahl der Gastarbeiter, die 1973 einen Höchststand von 226.000 erreicht hatte, fiel um 40%. Während danach die Zahl der Gastarbeiter nur leicht schwankte, gab es einen dramatischen Anstieg in der Gesamtzahl von Ausländern in Österreich, weil diese Arbeiter ihre Familien nach Österreich nachkommen ließen, um gemeinsam mit ihnen hier zu leben.

Diese Entwicklung spiegelt sich in der Zahl ausländischer Kinder, die in Österreich zur Schule gingen. Ein Blick auf die Zahlen von Vorarlberg kann dies belegen. 1974 waren es 622 ausländische Kinder in unseren Schulen, das sind 2,6 % aller Volksschüler. Diese unscheinbare Zahl wuchs langsam aber regelmäßig auf 4,5 % im Jahre 1978; in den Folgejahren wuchs diese Zahl aber viel schneller und erreichte 1981 10,7 % und 1988 15,3 % - und seither waren es immer über 15%.
Während 2,6 % ein recht unauffälliger Prozentsatz ist und kaum dramatische Veränderungen oder gar eine Neuorientierung veranlasst, ist die Situation bei einem Prozentsatz von 10 bis 15 % eine andere. Darüber hinaus sind diese Prozentangaben natürlich Durchschnittswerte, die die tatsächliche Situation teilweise verschleiern: Gastarbeiter tendieren dazu, in der Nähe ihrer Arbeitsstelle zu wohnen. Wenn sich also eine große Fabrik in einem kleinen Dorf befindet wie z.B. in Brederis in Vorarlberg, dann lebt in dieser Gegend ein unverhältnismäßig großer Anteil von türkischen und jugoslawischen Familien, und das führt unter Umständen zu einem Prozentsatz von 45% und mehr von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache in einer Volksschulklasse. Dann brauchen wir Modelle, die sich in der Praxis bewähren. Allerdings ist dies auch der Punkt, wo die Toleranz der alteingesessenen Dorfbewohner sehr gefordert ist, wenn Eltern sich fragen, ob ihre Kinder noch genügend Deutsch lernen, um im Wettbewerb um Plätze am Gymnasium bestehen zu können.
Muttersprache in der Volksschule
In Vorarlberg haben 84 % der Kinder Deutsch als ihre Muttersprache, 16% haben eine andere Mutterprache.

Etwa 10% sprechen türkisch. Das ist eine Größenordnung, die verschiedene Lösungen erlaubt. Aber daneben gibt es auch noch 3% serbisch, 1% kroatisch, ein Bruchteil slowenisch, und ca. 2% andere Sprachen. Während es vor dem Krieg in Jugoslawien möglich war, Serben, Kroaten und Slowenen gemeinsam zu unterrichten, setzen sie sich jetzt nicht mehr miteinander in eine Klasse zum muttersprachlichen Unterricht.

Wenn wir uns die 16% Kinder mit nicht-detuscher Muttersprache etwas genauer ansehen, dann fällt die große Mehrheit mit türkischem Hintergrund auf. Die restlichen Prozentanteile belegen SchülerInnen aus Jugoslawien, einige von ihnen sind Kinder von Gastarbeitern, andere von Flüchtlingen aus dem Jugoslawienkrieg.

In Österreich als ganzem ist das Bild etwas anders. Kinder nicht-deutscher Muttersprache in unseren Volksschulen kommen aus verschiedenen Ländern: die wichtigsten dieser europäischen Länder sehen Sie in der Grafik weiter unten.
Muttersprache in der Sonderschule
Ein damit zusammenhändender Aspekt enthüllt sich bei einem Blick auf die Frage der Muttersprache in Sonderschulen.

Nur 66% haben Deutsch als Muttersprache und auffallend hohe 34% haben eine nicht-deutsche Muttersprache, wobei die größte Gruppe mit 27% die türkische ist.Die Gründe für diese ungleiche Verteilung mögen verschiedene sein, aber einer ist sicher, dass Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache es schwierig finden, in unseren Schulen mit Deutsch als Unterrichtssprache zu lernen. Möglicherweise gibt es auch einen kleinen Anteil von SchülöerInnen in der Sonderschule, die nur in dieser Schulform sind, weil sie zu wenig Deutsch können und sich mit Deutsch sehr schwer tun. Andere Faktoren sind kulturelle Unterschiede, andere Wertvorstellungen, andere Familienstrukturen, etc.
Ursprungsländer der
ausländischen Kinder in Österreich 

Die größte Gruppe ist türkisch, gefollgt von Bosnien Herzegovina, Serbien und Montenegro, und Kroatien. Schülerinnen aus anderen Ländern sind nur sehr kleine Gruppen, die es schwer und auch teuer machen, einen entsprechenden Förderunterricht zu organisieren.
In welchen Bundesländern Österreichs leben die Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache?

In welchen Bundesländern Österreichs leben die Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache? Die Grafik scheint leichte Antworten auf diese komplizierte Frage zu geben. Wir sehen z.B. extrem hohe 41% für Wien, aber diese Zahl ist auf dem Hintergrund weiterer Information zu interpretieren, die aus den numerischen Zahlen nicht hervorgeht. Während die angegebenen Prozentwerte sicherlich richtig sind, spiegeln sie dennoch nicht das eigentliche Problem. Zwar gibt es eine Konzentration con Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache in der Hauptstadt, aber viele dieser Kinder stellen kein Problem in der hier besprochenen Art dar. Es handelt sich hier um Kinder von Diplomaten und Geschäftsleuten aus der ganzen Welt, die in eine der englischen oder französischen Schulen Wiens gehen und die oft zu den besten Schülern zählen. Wenn wir die reinen Prozentwerte für Vorarlberg ansehen, erscheint die Situation nicht allzu schwierig: nur 6% aller ausländischen Kinder Österreichs besuchen in Vorarlberg die Schule. Allerdings ist unser Bundesland sehr klein und diese 6% werden 15%, wenn wir sie auf die Zahl der Kinder beziehen, die hier in Vorarlberg die Volksschule besuchen.
Was auch immer die Zahlen zu sagen scheinen, dürfen wir keine voreiligen Schlüsse ziehen, denn die Problematik hat viele verschiedene Aspekte. Ich möchte hier einfach einige der grundlegenden Probleme formulieren:
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