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Interkulturelle Erziehung in Österreich

Interkulturelles Lernen ist zu einem Schlüsselbegriff geworden in Verbindung mit der Erziehung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache and österreichischen Schulen. Damit wird nicht nur die Idee anerkannt, dass verschiedene Kulturen Seite an Seite in unserem Land existieren, sondern auch dass sie miteinander in Kontakt treten und prinzipiell gleichen Wert haben. Die Grundintention ist Integration, nicht Assimilation innerhalb unseres Schulsystems. Kinder von Migranten sollen die gleichen Möglichkeiten haben wie österreichische Kinder.

Das Konzept der interkulturellen Erziehung bezieht die sozialen Bedingungen von Gastarbeitern und die gelebte Kultur ausländischer Familien in den Erziehungsprozess ausländischer und österreichischer Kinder ein. Interkulturelle Erziehung verlangt eine Neuorientierung in unseren Schulen: unser eigener Standpunkt und der einer anderen Kultur müssen verbunden weden, aber der Impuls, auf die jeweils andere Kultur zuzugehen, muss ein gegenseitiger sein, nicht einseitig von der ausländischen Kultur auf unsere hin. (Cf. Boos-Nünning)

 

Boos-Nünning nennt vier Stadien im Prozess interkultureller Erziehung:

  1. Wahrnehmen der anderen Kultur und den eigenen Standpunkt als relativ erkennen.
  2. Toleranz für andere Kulturen und die Annahme ihrer Sinnhaftigkeit ebenso wie das Ernstnehmen ihrer Erscheinungsformen
  3. Anerkennen, dass die andre Kultur gleichwertig ist.
  4. Erst im vierten Stadium ist es möglich, Elemente der anderen Kultur in die eigene zu übernehmen und zu akzeptieren.

Die Erwartung von Assimilation ist nicht nur unrealistisch und inhuman, sondern auch, wenn wir den kulturellen Reichtum und die Vielfältigkeit einer Gesellschaft betrachten, unerwünscht. (Cf. Stoik, 11-12)


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