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Interkulturelles Lernen -  was der Lehrplan sagt


 

Im österreichischen Lehrplan für Volksschulen gibt es einen fünfzehnseitigen Zusatz zum Thema "Deutsch für Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache", der auf das Jahr 1992 zurückgeht und Ziele und didaktische Prinzipien formuliert.

Die dort formulierten Ziele sind bemerkenswert: Deutsch als Zweitsprache zu erlernen wird nur als Teil von interkulturellem Lernen gesehen. Es gilt als wesentlich, die besonderen Lebensbedingungen der SchülerInnen und die Probleme, die aus der Umsiedlung entstanden sind, zu berücksichtigen. Ebenso ist die Fähigkeit und die Bereitschaft zu entwickeln, Aspekte unserer eigenen Kultur darzustellen, aber auch wahrzunehmen und zu verstehen, dass andere Menschen verschieden sind.

Es dürfte nötig sein, bestehende Vorurteile andere Kulturen betreffend abzubauen und entsprechende Schritte zu setzen. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, eine kulturelle Identität zu erhaulten und aufzubauen, die auf Toleranz und Pazifismus basiert. Interkulturelles Lernen bietet eine Chance der Bereicherung für alle SchülerInnen und für die Vorbereitung auf ein Leben in einer multikulturellen Weltgemeinschaft. Der Erwerb der zweiten Sprache soll eingebettet sein in den Kontext interkulturellen Lernens und er soll kooperatives Lernen aller SchülerInnen ermöglichen.

Unterrichtsziele

Die Schüler sollten

Darüber hinaus werden die Lehrer auf mögliche Schwierigkeiten aufmerksam gemacht, die diese Kinder in unseren Klassen mit Deutsch als Unterrichtssprache haben könnten. Die Lehrer sollten sich daher zahlreicher Nachteile und erschwerender Umstände bewusst sein und suchen diese zu mildern, wo immer es geht.

Didaktische Prinzipien

Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache erwerben Deutsch als zweite Sprache in der Schule, aber auch in vielen anderen Lernsituationen. Es kann davon ausgegangen werden, dass ein Bedürnis, in der zweiten Sprache zu kommunizieren und sozial in die Lerngemeinschaft integriert zu werden besteht.
Da linguistische Kompetenz zusammen mit sozialer und kognitiver Kompetenz erworben wird, ist Integration in der Klasse eine Voraussetzung für Erfolg.
Alltagskommunikation wird teilweise in der Muttersprache des Kindes und teilweise auf Deutsch stattfinden.
Wenn der Prozess des Spracherwerbs fortschreiten soll, ist eine Fähigkeit und Bereitschaft nötig, über Sprechakte zu reflektieren, zu vergleichen und zu korrigieren. Es ist ein Lehrziel, diese Qualität zu fördern und zu entwickeln.
Wann immer es möglich ist, sollte eine Verbindung zur Muttersprache und zur Erstkultur des Kindes geschaffen werden.
Kontakt und Kooperation mit dem Muttersprachenlehrer und den Eltern des Kindes sind hilfreich. Wenigstens gelegentlich sollte ein Thema in beiden Sprachen gleichzeitig behandelt werden.
Allgemeine sprachliche Kompetenz soll in jedem Gegenstand gefördert werden, nicht nur in Sprachfächern: der gesamte Unterricht soll als eine Sprachlernsituation verstanden werden.
Fachbezogene Ausdrücke und sprachliche Muster müssen geübt werden, Texte sollten vereinfacht werden. Die Schüler sollen Information bekommen, wie und wo sie sich Hilfe holen können (Wörterbücher, Wortlisten, Paralleltexte, etc.)
Alle Korrekturen müssen sensibel, freundlich und taktvoll durchgeführt werden. Da LehrerInnen als dominante linguistische Modelle fungieren, ist es besonders wichtig, dass sie das einzelne Kind so oft wie möglich ansprechen, deutlich artikulieren, die gewohnte Redegeschwindigkeit reduzieren und Mimik und Gestik zur Unterstützung heranziehen.

 

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