Lernen und Entwicklung
Die drei Ebenen des Lernens
Körper: Erlernen von Fertigkeiten
Seele: Ethik und Religion
Geist: Wissen
Tabula rasa?
Die Entwicklung des Menschen
Magisches Stadium
Realistisches Stadium
Stadium der Abstraktion
 
   Inhaltsverzeichnis     Wie Lernen funktioniert

HTML2 Lernen und Entwicklung

Ich denke, man muss drei verschiedene Formen des Lernens unterscheiden. Wir werden der Zahl drei noch öfters begegnen. Sie ist in gewisser Weise ein Symbol für Ganzheit und Vollkommenheit, denken wir nur an die Dreifaltigkeit...

So wie der Mensch in drei Schichten gedacht werden kann: Körper Geist und Seele, manche teilen ein in Materie, Geist und Gefühle, so kann in jedem dieser Teile gelernt werden.

HTML2.0 Die drei Ebenen des Lernens

Der Körper: Erlernen von Fertigkeiten

Erlernen von motorischen Abläufen, wie das Gehen im Kindesalter, das Stricken, das Klavier spielen, das Schi fahren, die Benutzung von Werkzeugen usw... wie es in verschiedensten Fächern in der Schule stattfindet. Die häuslichen Lernprozesse gründen meist auf dem , während die Schule den Wissens- und Fertigkeitenbereich abzudecken versucht. Aber immer mehr wird von der Schule von innen und außen ein umfassenderes Lernen gefordert.

Die Seele: Gefühl, Ethik, Religion

Ein Schlagwort der heutigen Zeit: soziales Lernen - emotionale Intelligenz. Kommt nicht dieser Bereich in der Schule zu kurz? Religionsunterricht hat an Akzeptanz verloren, wo bleibt Ersatz? Wo lernen unsere Kinder, wie man richtig miteinander umgeht, wie man richtig miteinander streitet und Konflikte löst?

Der Geist: Wissen um Zusammenhänge

Diesen Bereiche deckt die Schule im Wesentlichen ab. Es geht um Fakten und Daten, manches von dem lässt ich auch aus Büchern erlesen, in Lexikas nachschlagen. Umfassendes Wissen allein macht aber noch lange nicht weise. Deshalb braucht es dafür auch das Wissen um die Zusammenhänge, um Ursachen und Gründe, warum etwas so ist, wie es ist.

Hier kommen wir dem, was wir Klugheit nennen, schon viel näher. Manches von dem kann nur das Leben lehren. Daher gehen wir davon aus, dass der Mensch im Laufe seines Lebens klüger und weiser wird - hoffentlich stimmt es auch. In diesen Bereich spielt aber auch die Ethik und die Religion hinein.


HTML2.0Tabula rasa?

Lange Zeit war die Frage ungelöst, ob der Mensch als unbeschriebenes Blatt, als tabula rasa, auf die Welt kommt. Und der Streit dauert an. Die einen meinen, der Mensch werde zum größten Teil von den Genen bestimmt, andere glauben, die Umwelt, die Familie, der Umgang sei für alles verantwortlich. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich weit im Bereich der Gene. Aus der Zwillingsforschung weiß man, dass das so weit geht, dass Zwillinge, auch wenn sie in verschiedenen Umgebungen aufwachsen, nicht nur ähnlich aussehen, sondern auch ähnliche Berufe ergreifen, ähnliche Schicksale haben, ja sogar zur selben Zeit heiraten oder ä. m.

Das soll uns nicht der Verantwortung unseren Kindern gegenüber entheben. Aber nicht selten stellen wir Eltern die Frage, von wem hat er oder sie das? Von mir auf jeden Fall nicht...

Es scheint so zu sein, dass der Mensch mit einem fix und fertigen Lebensplan auf diese Welt kommt, aber das geht bereits wieder in den religiösen Bereich.


HTML2 Die Entwicklung des Menschen

Wenn wir die Entwicklung des Menschen betrachten, so ist das Lernen nicht in jedem Alter dasselbe. Man kann drei verschiedene Stadien des Lernens unterschieden. Schon wieder begegnen wir der Zahl drei.

Das Lernen ist nicht auf jedem Gebiet zu jeder Entwicklungszeit gleich intensiv. Vor allem sind die Bedingungen für Entwicklungsschritte nicht zu jeder Zeit gleich. Ich will hier nur einen Ausschnitt aus der Entwicklung eines Kindes herausnehmen, um aufzuzeigen, wie sich das Vorstellungsvermögen des Kindes im Laufe der Zeit verändert. Damit hängt natürlich auch vieles andere zusammen, z.B. das Urteilsvermögen, die Fähigkeit Zusammenhänge real zu sehen usw.

Das magische Stadium(bis 5 Lebensjahren):

Kinder bis hin zum Kindergarten sind davon überzeugt, dass die Dinge in ihrer Umgebung belebt sind. Sie reden mit ihnen wie mit Spielkameraden. Nicht selten können Kinder in diesem Alter auch noch Dinge sehen, die wir nicht wahrnehmen. Wir sollten hier sehr vorsichtig sein, wenn wir dem Kind seine Wahrnehmung abstreiten. Vielmehr sollten wir es in dieser kindlichen Sicht belassen. Es wird die Realtiät noch früh genug erfahren. In diesem Alter zeichnet ein Kind den Menschen als Symbol, das sich vom Urknäuel zum Kopffüßer entwickelt. Dinge werden nach ihrer Wichtigkeit groß oder klein gezeichnet. Zeitliches hintereinander wird räumlich nebeneinander dargesellt. Details werden zwar wahrgenommen aber in ihren Zusammenhängen noch nicht verstanden.

Das Stadium der Differenzierung und Suche des Realen (bis 12 Lebensjahre):

Ab etwa fünf bis sieben Jahren kann das Kind deutlich Gliederungen von Formen erkennen. Erst jetzt ist es in der Lage, Buchstaben zu erkennen und nachzumachen. Aber nach wie vor hat es Schwierigkeiten, Dinge, die räumlich hintereinander liegen, auch so darzustellen. Die Äste der Bäume werden nach außen geklappt, usw...

Das Stadium der der Abstraktion (ab dem 12. Lebensjahr):

Ab dem elften Lebensjahr hat das Erkennen von Details auch diese Schwelle durchbrochen. Die Darstellungsweise ähnelt der eines Erwachsenen. Räumlichkeit kann wiedergegeben werden, Dinge in ihren Zusammenhängen erkannt werden. Auch ist die Abstraktionsfähigkeit jetzt soweit gediehen, dass Schlüsse möglich sind wie: Alle A´s sind B´s. C ist ein B, was kannst du über C noch sagen?

Eigentlich unterschiedet sich ein junger Jugendlicher jetzt nur mehr durch das geringere Maß an Wissen vom Erwachsenen. Vorstellung und Einsicht sind ähnlich.

Alles das spielt sich in unserem Gehirn ab. Hier gibt es verschiedene Zonen mit ganz unterschiedlichen Funktionen. Ältere und jüngere Schichten, zwei Hälften, die sich die Arbeit aufteilen, Verknüpfungen zwischen den Teilen. Im folgenden wird uns deshalb das Gehirn in seiner funktion beschäftigen.


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© 1998  Manfred Hämmerle, hs.sulz@vol.at