ERGOTHERAPIE:
Im Bereich der Ergotherapie wird vor allem die Feinmotorik gefördert. Mit spielerischen Übungen werden Handlungen des täglichen Lebens geübt, Erfahrungen im Tasten und Spüren gemacht, die kognitiven Fähigkeiten erhöht, aber auch die emotionale und soziale Entwicklung gefördert.

PHYSIOTHERAPIE:
Im Bereich der Physiotherapie wird vor allem die Motorik des ganzen Körpers gefördert. Das umfasst die Kräftigung der Muskulatur ebenso wie die Gleichgewichts- und Koordinationsschulung. Die Verbesserung der Haltung durch gezielte Rückenschule und der eigenen Körperwahrnehmung sind wesentliche Ziele der Physiotherapie.

Beide Therapieformen erhöhen die Selbstständigkeit der Kinder im Alltag, verbessern ihr Selbstwertgefühl und Wohlbefinden!
Die beiden Therapeutinnen kommen mehrmals pro Woche an die Schule und arbeiten mit den Kindern hier im Haus.
Das hat viele Vorteile für Kinder, Eltern und Lehrer:
- Die Kinder können in ihrer vertrauten schulischen Umgebung einer Therapie zugeführt werden.
- Die Eltern müssen ihre Kinder nicht mehr außerschulisch zu ambulanten Therapiestellen bringen und sind somit entlastet.
- Die Lehrer und Lehrerinnen können auf diesem Weg direkt mit den Therapeutinnen zusammen arbeiten und die Inhalte der Therapie im Unterricht weiterführen.
LOGOPÄDIE
Die Logopädie beschäftigt sich mit der Diagnostik und Therapie von Menschen, die durch eine Sprach-, Sprech-, Schluck-, Stimm- oder Hörstörung in ihrer Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigt sind.
Therapeutisches Reiten am SPZ Hohenems
Aus der Erkenntnis, dass Bewegung und Motorik in direktem Zusammenhang stehen, wurde das therapeutische Reiten an unserer Schule eingeführt.
Inzwischen können alle Schülerinnen und Schüler dieses Angebot ganzjährig nützen, da sich die Therapiepferde vor Ort in Hohenems beim Bäuerlichen Schul- und Bildungszentrum befinden.
Das Therapeutische Reiten richtet sich an Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Menschen, die in ihrem Leben besondere Herausforderungen meistern müssen.
Das Pferd nimmt jeden so an, wie er ist; es wertet nicht und ist frei von Vorurteilen, reagiert aber sehr wohl artgerecht und spontan auf gute oder schlechte Behandlung und setzt somit natürliche Grenzen.
Die Kinder spüren die heilsame Wirkung der Mensch-Tier-Beziehung auf die menschliche Psyche und das Befinden - besonders in der Begegnung des Menschen mit Pferden.
Dabei steht beim Therapeutischen Reiten nicht die reitsportliche Ausbildung, sondern die individuelle Förderung über das Medium Pferd im Vordergrund, d.h. vor allem eine günstige Beeinflussung der Entwicklung, des Befindens und des Verhaltens.
Im Umgang mit dem Pferd wird der Mensch ganzheitlich gefördert: körperlich, emotional, geistig und sozial.
Motorischer Bereich
- Einfühlen in die Bewegung des Pferdes und Verbesserung der Haltung
- Lockerung und Entkrampfung durch den rhythmischen Bewegungsablauf des Pferdes
- Entspannung
- Verbesserung des Gleichgewichtes und der Koordination
- Verbesserung der Eigenwahrnehmung als Grundvoraussetzung für den Aufbau eines Körperschemas
- Räumliche Orientierung
- Verbesserung der allgemeinen Beweglichkeit, der Bewegungskoordination

Emotional-kognitiver Bereich
- Wahrnehmungsschulung
- Annehmen der Korrekturen von einem Erwachsenen über das Medium Pferd
- Eingeständnis und Überwindung von Ängsten
- Stärkung des Selbstwertgefühls und des Vertrauens in die eigene Leistungsfähigkeit
- Aufbau von Verantwortungsbewusstsein
- Erhöhung der Frustrationstoleranz
- Handlungsplanung, Bereitschaft, sich Ziele zu setzen und diese anzustreben
- Strukturierung von Abläufen
- Entstehung intensiver Gruppendynamik
- Verbesserung der Konzentrations- und Lernfähigkeit, sowie des räumlichen Orientierungsvermögens
- Selbstreflexion
- Möglichkeit, sich traumatischen Erlebnissen zu stellen und zu lernen, diese in ein zufriedenes Leben zu integrieren
Sozialer Bereich
- Anerkennen und Einhalten gemeinsam erstellter Regeln
- Anerkennung der Leistung anderer
- Eingliederung der Ich-Ansprüche in das Gruppengeschehen (Kompromisse schließen können)
- Hilfe geben und Hilfe annehmen
- Abbau aggressiver Verhaltensweisen
- Aufbau von Beziehungen und Vertrauen über die Dreiecksbeziehung Pferd-Kind- Pädagoge
- Warten können
- Verantwortung und Fürsorge für das Pferd übernehmen
Basierend auf diesen Zielen bilden aber auch die Bewegung an der frischen Luft, das Erleben der Jahreszeiten und des Lebenszyklus des Pferdes in den Jahreszeiten wesentliche Inhalte des Therapeutischen Reitens.
Wir nutzen diese Erkenntnisse im Therapeutischen Reiten zugunsten der Entwicklung und Förderung von Kindern und Jugendlichen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen.
Wir gestalten ein von Freude, Respekt und Wertschätzung geprägtes Umfeld, auch gegenüber dem Therapiepferd.


